Neuland für einen Matchangler

Meinen Urlaub verbrachte ich heuer im Mai mit meiner Frau auf den Malediven.  Natürlich wollte ich diese Gelegenheit dazu nützen um mein anglerisches Betätigungsfeld um ein weiteres Stück zu bereichern. Im Vorfeld sorgte ich natürlich dafür, dass genügend Platz im gepackten Koffer blieb um mein eigenes Tackle für dieses Unterfangen mitnehmen zu können. Schnell war meine Yasei STC Monster Rute samt einer Stella SW 6000 im Koffer verstaut. Schwereres Gerät nahm ich nicht mit, da dieses bei den entsprechenden Anbietern von Hochsee-Angeltouren zur Verfügung gestellt wird.

Auf den Malediven aufgeschlagen, war ich zuerst einmal so richtig beeindruckt von der wunderschönen Unterwasserwelt an den Riffen und in der Lagune, rund um der von uns ausgewählten Urlaubsinsel im Ari Atoll. Ich hatte das Glück neben den buntesten Fischen auch jede Menge an Riffhaien aber auch Rochen und Wasserschildkröten zu sehen. Voller Ungeduld konnte ich es kaum erwarten das an den traumhaft schönen Riffen zu sehende Wassergetier nur beim Schnorcheln zu beobachten, sondern den einen oder anderen so begehrten Sportfisch an den Haken zu bekommen. Ich buchte zwei Trips mit den von unserem hoteleigenen angebotenen Booten. Beim ersten, einen so genannten Sonnenuntergangs-Angelausflug fuhren wir mit – dem für die Malediven typischen Boot – einem Dhoni circa 20 Minuten ins Atoll zu einer Sandbank in 25 Meter Tiefe. Hier versuchte die sehr ambitionierte Schiffcrew einer Gruppe von vier mitgefahrenen Asiaten mit Handangeln und Fischstücken am Haken das Fischen in Bodennähe auf Riffbarsche zu vermitteln. Währenddessen montierte ich ein zwei Meter langes Stück Monofile Schnur , samt Blei und Haken, welche ich vom Kapitän bekam, auf die 0,57 Millimeter dicke Power Pro Schnur meiner Rolle und ließ den Haken mit einem großen Fischfetzen in Richtung Meeresgrund. Es dauerte nicht lange und ich konnte die ersten Attacken an meinem Köder im Blank meiner Rute fühlen. Nach dem ersten härteren Schlag setzte ich den Anschlag richtig und „Yesss, er hängt“. Mein erster, wenn auch nicht kapitaler Riffbarsch war gefangen. Voller Freude und in der Hoffnung auf den wirklich Dicken, köderte ich neu auf und ab mit dem Zeug ins Nass. Nach sechs oder sieben gefangenen Fischen wurde mein Enthusiasmus jäh von dem Geräusch zweier sich übergebender Asiaten unterbrochen. Bevor sich der Kapitän entschloss und dem Leiden der nicht wirklich seetauglichen Leutchen ein Ende zu setzen und den Anker zu lichten, konnte ich noch einen Riffbarsch fangen. Auf die Frage ob wir die gefangenen Fische am nächsten Tag im Restaurant zum Essen zubereitet haben wollen, bot ich meinen Fang den mitgereisten Angelkollegen an. Die hatten ja nun einen leeren Magen und sicher eine Bärenhunger am nächsten Tag.

Beim zweiten Trip ging es gemeinsam mit meiner Frau und drei Mann Besatzung im Dhoni zum Fischen. Geplant war eine Tagesausfahrt zwischen den zahlreichen Inseln und Riffen im Atoll zum Schleppen. Natürlich standen auch ein Stopp zum Schnorcheln und ein Mittagessen auf einer einsamen Insel am Plan. Als ich mich beim Aufbauen meiner Rute mit unserer Begleitung wegen der von ihnen verwendeten Köder unterhielt, staunte ich nicht schlecht als er mit einigen „Flat Rap Wobblern“ von Rappala auftauchte. Ich montierte einen 16 Zentimeter „Original Pearl Shad“ und schleppte diesen fünfzig bis sechzig Meter hinter den Boot. Nach etwa einer halben Stunde ohne Fischkontakt, änderte ich meine Taktik und versuchte es mit einer „Jig Lures“ Montage. Es dauerte nicht lange und mit einem enormen Schlag in der Rute kam die erste Attacke. Ich setzte den Anschlag und schon bog sich die Rute bis in den Griffteil in Richtung salziges Nass. „Bist du deppert, das ist mein ersehnter Dicker“ dachte ich, während sich meine Mundwinkel immer weiter Richtung Ohren zu einem breiten Grinsen bewegten und ich die Geflochtene die ersten Kurbelumdrehungen einholen konnte. Mittlerweile hatte der Skipper das Boot gestoppt und ich konnte nach einem heftigen Drill meinen gehakten Kontrahenten seitlich an das Boot führen, wo sich die Crewmitglieder die Schnur schnappte und den Fisch an Deck zu ziehen. „Jawoi“ tönte ich mit geballter Faust in Richtung der mich mit ratlosen Augen, anlächelnden Crew. Mein erster Thunfisch mit etwa drei Kilo war gelandet. Seine Größe verwunderte mich etwas, denn nach dem Kampf, den mir dieser Thun geboten hatte, erwartete der Matchangler in mir eine Bestie mit mindestens zehn Kilo oder mehr. Aber so ein Meeresfisch ist halt kein bärtiger Teichtümpler. Aber es ist der Hammer, wenn man den harten Biss und den anschließenden Drill, den diese Fische bieten, erleben darf. Schnell war der Fisch vom Haken und ich konnte den Köder wieder in den Wellen hinter dem Boot schleppen. Auf diese Weise konnte ich im Llaufe des Tages noch sieben dieser kraftvollen Kämpfer auf mein Habenkonto verbuchen. Unser Ausflug gipfelte in einem romantischen Mittagessen unter Palmen, auf einer einsamen Insel, wo uns die Crew einen von mir gefangenen, frisch zubereiteten Thunfisch servierte. Diese Angeltrips waren ein ganz besonderes Ereignis und obwohl der „wirklich dicke“ Fang ausgeblieben ist, wird er mir immer in freudiger Erinnerung bleiben.

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