Manchmal verliert man eben…

Das seit Wochen andauernde Hochwasser am Rio Ebro ließ mich für unseren bevorstehenden Trip nichts Gutes erahnen. Dennoch stellten wir uns der neuen Herausforderung. Durch das Hochwasser waren die Karten vollkommen neu gemischt, denn eigentlich alle Spots an denen wir normalerweise fischten, waren aufgrund des hohen Wasserstandes und der starken Strömung nicht befischbar. So blieben uns nur noch eine Handvoll Plätze an denen wir vom Ufer aus fischen konnten. Hinzu kam, dass zwei der fünf Plätze von den Spaniern stark befischt wurden, was unser Vorhaben zusätzlich erschwerte.

Trotz der widrigen Umstände ließen wir uns nicht abschrecken und versuchten unser Glück jeden Tag aufs Neue. Als wir schon kurz vorm Verzweifeln waren bekam ich endlich den ersten langersehnten Biss, und was für einen noch dazu! Die Spinnrute bog sich zum Halbkreis, die Rolle kreischte und der Waller ließ sich nicht stoppen. Unaufhaltsam nahm er die Schnur von meiner Rolle, und auf seinem Weg zum Hauptstrom durchquerte er einige Krautfelder. Zu diesem Zeitpunkt erahnte ich schon, dass ich gegen diesen Fisch wahrscheinlich verlieren werde. Letztendlich war es dann so auch. Die Schnur brach und der Waller war weg… Verdammt… Auf meine verbale Entgleisung möchte ich aber nicht näher eingehen.

Bis in die Zehenspitzen motiviert starteten wir auch am nächsten Tag durch. Was wir dann erlebten lässt sich nur schwer beschreiben und hat tiefe Wunden bei uns hinterlassen.

Gleich am ersten Spot hakte Vladi einen kapitalen Waller nach wenigen Würfen. Vladi drillte den Waller auf Biegen und Brechen damit dieser keine Chance hatte in die knallharte Hauptströmung zu flüchten. Kurze Zeit später konnte er seinen ersten kapitalen Spinn-Waller landen. Das Maßband zeigte 210cm. Was für ein Fisch.

Danach steuerten wir jenen Kraftwerksbereich an, an dem ich am Vortrag den kapitalen Waller verloren hatte. Gezielt fischte ich wieder die Uferbereiche ab, an denen ich die Waller vermutete. Schon nach ein paar Würfen knallte es auch richtig bei mir. Wieder vergriff sich ein kapitaler Waller an meinem Rasselblinker! Der Waller begann sofort in Richtung der Hauptströmung zu flüchten. Währenddessen versuchte ich soweit es möglich war ins Wasser zu waten, damit die Schnur nicht an den beiden Kanten unter Wasser streifen konnte. Doch meine Mühen waren vergebens, wenige Augenblicke später brach die Schnur an einer der beiden Kanten und der Waller ging verloren. So ein Scheiß, der zweite kapitale Waller den ich innerhalb kurzer Zeit verloren hatte. Dem war aber noch nicht genug, während ich meine zweite Rute aus dem Auto holte, bekam auch Vladi einen kapitalen Waller an die Angel. Im Nachhinein haben wir diesen Fisch „Machineboy“ genannt, denn dieser Waller war nicht zu halten! Vladi war sprichwörtlich chancenlos. Es war wieder einmal einer dieser Waller, der uns unsere persönlichen Grenzen aufgezeigte. Nach wenigen Minuten ging der Waller leider im Drill verloren. Der Haken dürfte nicht richtig im Maul des Wallers gefasst haben. Danach waren wir beide fix und fertig!

Auch die folgenden Tage hakten wir noch einige kapitale Waller. Leider konnten wir keinen der Fische landen. Schuld daran war mit Sicherheit auch, dass wir bedingt durch das Hochwasser vom Ufer aus fischen mussten. Hätten wir vom Boot aus gefischt, dann wären die Drills vermutlich anders ausgegangen.

 

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