Jerkbait fischen auf die leichte Art

Das Fischen mit Jerkbaits fasziniert mich schon seit Jahren, denn die atemberaubenden und knallharten Bisse direkt unter der Wasseroberfläche lassen sich mit nichts anderem vergleichen und beeindrucken jedes Mal aufs Neue. Es ist einfach fantastisch wenn man miterlebt wie ein stattlicher Hecht den Jerkbait attackiert und die Wasseroberfläche explodiert.

Dennoch konnte ich mich lange Zeit nicht zu dieser Methode durchringen, da es mir keinen Spaß machte, Hechte mit so schwerem Gerät zu befischen. Denn selbst ein stattlicher Hecht von 80 Zentimetern, macht an einer Rute mit 100gr. Wurfgewicht nur bedingt Spaß im Drill.

 

Rute, Rolle, Schnur und Vorfach

Die letzten Jahre hat sich jedoch einiges am Rutensektor getan. Durch neue Materialien und Herstellungsverfahren sind die Hersteller in der Lage, Spinnruten zu produzieren die über ein geringes Wurfgewicht verfügen aber dennoch eine steife Spitze besitzen. Diese Tatsache rückte das Jerkbait fischen für mich in ein neues Licht, so dass ich nicht anders konnte und mich mit dieser Methode wieder einmal eingehend beschäftigte.

Zunächst einmal möchte ich ein wenig genauer auf die Ruten eingehen die für das Jerkbait fischen auf die leichte Art notwendig sind. Folgende Eigenschaften sollten diese besitzen:

  • Wurfgewicht bis 50gr. (damit der Drillspaß gegeben ist)
  • Länge bis 220cm (mit kurzen Ruten kann man besser arbeiten, d.h. man schlägt nicht so oft auf die Wasseroberfläche, zusätzlich sind sie handlicher)
  • Einteiliger Blank (erfüllen die gewünschten Anforderungen meist am besten)
  • Sehr steife Spitze (damit die Köder ihr Laufverhalten komplett entfalten können)

Die genannten Eigenschaften werden unter anderem von folgenden Ruten erfüllt:

  • Shimano Yasei Vertical Jigging: Die Shimano Yasei Vertical Jigging hat ein Wurfgewicht von 14-35.gr, eine Länge von 185 Zentimetern und verfügt über eine extrem steife Spitze. Sie ist sozusagen ein richtiges Brett! Das hat aber den Vorteil, dass man mit dieser Rute ein sehr breites Köderspektrum werfen und führen kann.
  • Shimano Yasei Speed Jigging: Die Shimano Yasei Speed Jigging, hat wie die Vertical Jigging ein Wurfgewicht von 14-35gr., ist aber 215 Zentimeter lang. Sie kommt immer dann zum Einsatz wenn ich vom Ufer aus fische und weiter werfen muss.
  • Shimano Biomaster: Die neue Shimano Biomaster, die seit dem Herbst 2012 auf dem Markt ist, ist ebenfalls ein richtiges Brett. Mein Modell hat eine Länge von 215cm, ein Wurfgewicht von 15-50gr. und eine sehr schnelle Spitzenaktion. Dieses Modell kommt bei mir zum Einsatz, wenn ich an Gewässern fische an denen ich mit größeren Hechten rechnen kann.

Als Rollen können entweder Stationär- oder Multirollen (Baitcast) zum Einsatz kommen. Das ist abhängig vom Geschmack. Ich persönlich bevorzuge Stationärrollen (z.B. Shimano Rarenium 3000, Shimano Stella 3000 FE, etc.), da diese einfach vielseitiger Einsetzbar sind und mir mehr liegen.

Damit die Jerkbaits ihr komplettes Laufverhalten entfalten können kommen bei mir ausschließlich geflochtene Schnüre zum Einsatz, da diese so gut wie keine Dehnung aufweisen. Mit monofilen Schnüren, wäre es nie möglich die Jerkbaits sauber zu führen. Ein besonders gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten die geflochtenen Schnüre von Power Pro.

Das Vorfach ist Geschmackssache. Egal ob Spinnstange, Stahl, Titan oder Hardmono. Jedes einzelne hat seine Vor- und Nachteile. Ich verwende sehr gerne steifere Hardmono Vorfächer.

 

Meine Top Köder:

Neben klassischen Jerkbaits kommen beim Jerkbait fischen auf die leichte Art bei mir auch Softbaits zum Einsatz. Folgend habe ich meine Top Köder ausführlich beschrieben:

  • Monarch Lures “TNT”: Sein Name ist Programm! Der „TNT“ von Monarch Lures ist ein handgefertigter Jerkbait aus Serbien. Er besteht aus Abashi-Holz und ist in sieben Schichten lackiert, was wiederrum eine lange Haltbarkeit des Lackes bedeutet. Er lässt sich mit kleinen oder großen Schlägen führen und bricht so verführerisch zur Seite aus. Durch sein ausgezeichnetes Laufverhalten konnte ich mit diesem Slider schon sehr viele Großhechte auf die Matte legen.  Der „TNT“ von Monarch Lures kostet 16 Euro und ist über das Internet beziehbar.
  • Bertox „A12“: Der „A12“ ist ein etwas kleinerer Jerkbait von Bertox. Wie der „TNT“ von Monarch Lures ist auch er ein handgefertigter Slider aus Serbien.  7 Schichten Lack garantieren auch bei ihm eine lange Haltbarkeit. Sein komplettes Laufverhalten entfaltet der A12 bei mittelgroßen Schlägen in die Rute. Er tänzelt so von der einen zu anderen Seite ohne dabei die Tiefe zu ändern. Der A12 kommt bei mir speziell in tendenziell flachen Gewässern oder Flachwasserzonen zum Einsatz und hat mir dort schon beachtliche Erfolge gebracht. Er kostet 14 Euro und ist über das Internet beziehbar.
  • Savagear „4-Play-Soft“: Die Soft-Variante des 4-Plays ist mein absoluter Geheimtipp. Mit keinem anderen Köder habe ich den vergangenen Jahren mehr Hechte fangen können, als wie mit diesem. Die Stärke des 4-Play-Soft liegt darin, dass man ihn wie ein sterbendes Fischlein führen kann. Hechte können so kaum widerstehen! Außerdem lässt sich der Soft-4-Play dort präsentieren, wo man mit anderen Kunstködern das Nachsehen hat (z.B. direkt in umgestürzte Bäume, unter Sträucher bzw. Steganlagen, über dem Kraut, etc.). Das ist deshalb möglich, weil man diesen Kunstköder beim Aufwerfen wie einen Stein über die Wasseroberfläche gleiten lassen kann. Der Soft-4-Play ist in 4 verschiedenen Größen im ausgewählten Fachhandel erhältlich. Als 9cm, 13cm, 19cm oder 23cm Variante. Bewährt haben sich vor allem die 13cm und 19 cm Variante.
  • Storm „Live-Kickin-Shad“: Der Live-Kickin-Shad von Storm ist ein Softbait der sich im Gegensatz zum Soft-4-Play auch in tieferen Wasserschichten führen lässt. Einfach durchkurbeln oder mit kleinen Schlägen und jeder Menge Pausen führen. Besonders in den Pausen spielt der Live-Kickin-Shad sein verführerisches Spiel vollkommen aus. Der Storm „Live-Kickin-Shad“ ist in 4 verschiedenen Größen (7cm, 10cm, 12cm und 15cm) im ausgewählten Fachhandel erhältlich.

Im Allgemeinen verlangt die Köderführung wie beim klassischen Jerkbait fischen, kurze, mittlere oder lange Schläge mit der Rute. Diese können entweder von oben nach unten oder seitlich ausgeführt werden. Zwischen den Schlägen bzw. einer Serie von 3 bis 4 kurzen Schlägen lege ich immer Pause ein. Das hat zwei Gründe. Zum einen damit die Köder ihr komplettes Laufverhalten entfalten können und zum anderen dass der Hecht genug Zeit hat um den Köder zu attackieren. Die Bisse kommen meist in der Pause oder bei der ersten Bewegung. Attackiert nun ein Hecht meinen Jerkbait, quittiere ich den Biss mit einem kräftigen Anschlag damit der Haken ordentlich sitzt und der Hecht nicht so leicht verloren geht. Dann kann der Drillspaß beginnen.

Achja, bei eigentlich all meinen Kunstködern tausche ich mittlerweile die Haken aus, da mir Standard-Haken nicht scharf genug sind. Besonders bewährt haben sich die Haken von Owner. Beim Modell ST-41-BC sind die Hakenspitzen wie die Schneide eines Messers angeschliffen und dringen somit leichter in das Hechtmaul ein. Die Fehlbissquote kann so deutlich minimiert werden.

Die Top Stellen:

Das Jerkbait fischen auf die leichte Art lässt sich eigentlich überall ausüben. Egal ob umgestürzte Bäume, überhängende Sträucher & Bäume, Steganlagen, Seerosen- und Krautfelder, Schilfkanten, entlang von Kanten oder im Freiwasser, überall dort wo sich die Hechte einstellen könnt ihr mit dieser Angelmethode erfolgreich sein.

 

In diesem Sinne wünsche ich euch viel Erfolg, beim Jerkbait fischen auf die leichte Art! Bei Fragen zum Tackle bzw. zu den unterschiedlichen Ködern, könnt ihr mich gerne kontaktieren (Mail an: office@fliegenfischer.cc)

Euer Mario Lange

 

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