Und es stimmt doch!

Eigentlich war am Osterwochenende eine gemütliche Bootstour auf Forellen angesagt. 
Die Nachwehen der letzten Schlechtwetterfront machten dieses Vorhaben jedoch zu Nichte und so musste eine entsprechende Alternative her.

Nachdem mir Andreas erzählt hatte, dass er eine neue Wallercombo am Start habe, war schnell klar, wohin unser Weg führen würde.

Die Bedingungen für das aktive Welsangeln waren ja geradezu perfekt. 😉 
Als ich am Morgen aus dem Haus ging, wehte mir ein eisiger Wind entgegen und siehe da, es hatte sogar leicht geschneit. 
Das Ganze bei einer Wassertemperatur von 6-7 Grad – was sollte denn da noch schief gehen?

Als wir uns am Angelplatz trafen, konnten wir uns das Lachen nicht so recht verkneifen, dennoch beschlossen wir unser Vorhaben in die Tat umzusetzen und wenn es nur zu Testzwecken wäre. Wir wählten einen Mündungsbereich aus, an dem wir in der Vergangenheit schon des Öfteren mit Welsen in Kontakt standen.
Als Köder kamen 16 cm lange Twister an einem 40 Gramm Jigkopf zum Einsatz, die wir zusätzlich mit 2-3 Tauwürrnern garnierten.

Durch die massive Überbebleiung war es uns möglich, die Köder sehr lange an einer Stelle zu halten. So konnten wir die tiefen Rinnen, in welchen wir die Welse vermuteten, in Zeitlupentempo beackern. Die Führung beschränkte sich lediglich darauf, dass wir die Köder durch das Anheben der Rute vorsichtig animierten und Stück für Stück versetzten.

Wie zu erwarten, passierte lange Zeit absolut nichts.

Da wir lediglich mit einer Rute fischten, wechselten wir uns im 15 Minuten Takt ab. Nachdem ich wieder an der Reihe war, vollzog ich das gleiche Spiel, welches wir bereits ca. 1 Stunde an der besagten Stelle durchführten. Ich hob die Rute mehrmals gefühlvoll an und ließ den Köder wieder langsam zum Grund absinken.
Völlig unverhofft verspürte ich einen abrupten Schlag, der einen knackiger Anhieb meinerseits zur Folge hatte. Bevor ich dazu kam, die Aktion zu realisieren, befand ich mich schon mitten im Drill. Die typischen Schwanzschläge in die Schnur waren augenblicklich zu vernehmen und so war mir klar, dass es sich tatsächlich um einen Wels handeln musste. Nach kurzem aber intensiven Drill landete Andreas den Fisch sicher.

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Während ich beschäftigt war, den Fisch zu versorgen, schnappte sich Andreas die Rute und versuchte sein Glück aufs Neue.
Keine 10 Minuten später hörte ich von Weitem „Biss!“. Unglaublich, aber wahr, es hatte auch bei ihm geklingelt.

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In diesem Fall kroch ich die Uferböschung hinunter und zog den Burschen aus dem Wasser. Spätestens jetzt glaubten wir, im falschen Film zu sein. Was hatten wir uns schon des Öfteren den A… aufgerissen, um gezielt an einen Spinnwels zu kommen und jetzt bekamen wir gleich zwei innerhalb kürzester Zeit und das Ganze bei widrigsten Bedingungen.

Ich erinnerte mich an einen Bericht zurück, wo folgendes festgehalten wurde: Das Wasser könne noch so kalt sein, aber die Welse würden in eine Art Fressrausch verfallen, sobald der Pegel spontan steigt und eine gewissen Gewässertrübung erreicht wird. Zwar war in unserem Fall der Wasserstand bereits wieder am Fallen, die Donau aber noch ordentlich braun gefärbt.

Speziell der erste Fisch war dermaßen vollgefressen, was darauf schließen ließ, dass er bereits über einen längeren Zeitraum hinweg aktiv gewesen sein musste und wir vermutlich der Endphase dieser Fressorgie beiwohnten. Wir nahmen uns fest vor, die nächste Zeit intensiver diesem Phänomen zu widmen und dem Geheimnis des Donauwels etwas auf die Schliche zu kommen. Über mögliche Fortschritte werden wir euch auf dem Laufenden halten.

Zum Schluss möchte ich noch ein paar Worte über das verwendete Tackle verlieren: Wir waren mit einer Shimano Lesath BX Powergame 240, Wurfgewicht 60-120 Gramm und einem unglaublichen Eigengewicht von 196 Gramm unterwegs. Als Rolle kam eine STELLA SW B 5000 bespult mit 0,32 mm PowerPro zum Einsatz. Gemeinsam kommt dieses Kraftpaket knapp über die 600 Gramm, was für eine Welsspinnrute ein wahrer Fabelwert ist. Aber nicht nur die Leichtigkeit zeichnet dieses Setup aus. Die Rute weist eine feine Spitzenaktion auf und geht im Drill je nach Belastung zu einer parabolischen Aktion über. Der verlängerte Griff eignet sich optimal dafür, um in schwierigen Situationen auch mit beiden Händen entsprechend Druck auf den Fisch ausüben zu können. Genau diese Eigenschaften sind es, die eine Welsspinnrute auszeichnen, um vom Anhieb bis zur Landung entsprechend gerüstet zu sein.

Tight Lines,
Hans-Peter

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