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30h Drillorgie!

Tja, Ende Juni noch schwerstens von den eher mauen Fängen des ersten Halbjahres gezeichnet, hat es mir dann doch keine wirkliche Ruhe gelassen. Mit dem unbändigen Willen im Gepäck und dem Vorteil als Lehrer, im Sommer frei zu haben, hab´ ich mich nicht lange überreden lassen müssen, doch ein paar Nächte am Skelettwasser zu verbringen, um dem Schicksal doch noch ein Bein zu stellen. Der Tintifax und ich haben schwerstens motiviert lediglich drei mal in der Woche davor Futter auf unsere Spots gekübelt und haben dann ein paar Tage später angegriffen.

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2017 – die erste Halbzeit!

Mittlerweile haben wir Ende Juni und es ist Zeit, ein kurzes Résumé bzgl. der ersten Jahreshälfte zu ziehen. Viel zu lesen war ja in letzter Zeit nicht, aber ich hatte schlichtweg nur wenig Zeit und war in meinen freien Stunden nicht immer sonderlich motiviert, jede Schuppenratte bis in die letzte Muskelfaser zu dokumentieren. An dieser Stelle ein dickes Sorry für die Enttäuschung. OK, einen kleinen Wermutstropfen kann ich doch noch in die geifernde Meute klatschen. Nun haben wir Jahreshälfte und mir fehlt immer noch das diesjährige Monster. Damned. Und gerade weil ich ja eher der klassische Frühjahrsfänger bin, ist das zum Ende der ersten Halbzeit mental nicht mehr ganz so einfach, die persönliche Schmach wegzustecken. Nachdem ich ja 2017 an der Buschlacke und in Hollywood relativ schnell zu erhofftem Erfolg gekommen war, stand ja endlich ab Anfang April der Endgegner Skelettwasser auf dem Programm, wo ich gleich mal schwere Klatschen einstecken durfte. Abgesehen von den meist absolut verschissenen Wetterbedingungen, können mich ein netter Spiegler, ein kleiner Schuppiger und zwei Karauschen nicht lässig über 12 kalte und regnerische Blanknächte hinwegtrösten. Da kann ich mir die Natur schönreden, so lange ich will. IMG_1827 IMG_1799Vielleicht fehlt mir nach all den Jahren am Wasser mittlerweile der pseudo-esoterische Zugang. Ich gehe da raus um zu fangen, nicht um mir den nassen Arsch abzufrieren und ohne Fisch alles nach mehreren Tagen und Nächten wieder ins Boot zu laden und heimzufahren. Da kann ich noch so viele “Naturwunder” hautnah erlebt haben. Es ist hässlich; dieses Gefühl von Hilflosigkeit, Selbstzweifel und fest eingeredeter Ungerechtigkeit. Wenn nach mehreren Tagen am Wasser nämlich die Phase eintritt, in der wilde Pilze interessant werden, die Froschpopulation am eigenen Ufer lückenlos mit Namen versehen ist und Überlegungen angestellt werden was wäre, wenn man mit so einer toten, aufgepoppten Ratte auf Hecht fischen würde, dann… ja dann weißt du, dass du diesen bestimmten Punkt erreicht hast. Dir genügt das einfach nicht mehr. Da fehlt was. Ach ja genau! Der Hub wärs gewesen. Dieses seltsame, lang vermisste Piepgeräusch aus dem kleinen elektronischen Funkdroiden, der da irgendwie seit Tagen lautlos in der Ecke vegetiert, welches unter gut gemeinten Umständen dann in einen Kampf mit einem Saugdeppen führt, der anschließend im besten Fall irgendwann im Kescher steht. Ich glaube DAS fehlt mir mittlerweile bei meinen Niederlagen. Zumindest die statische Hechtfischerei mit aufgepopptem Köderfisch hat gleich mal instant funktioniert, auch wenn dir das nur kurze Zeit Befriedigung verschafft. Aber zumindest war wieder mal der Stock krumm und die Bremse singt. Kurzfristig wenigstens. IMG_2024 IMG_2010Aber auf die Dauer? Pfff… ich weiß nicht. Ich brauch den Rüsselfisch. Am besten so groß wie möglich. Nur wie mach´ ich das? Das war hier die Frage. Vom Skelettwasser zugegebenermaßen ein wenig frustriert, bin ich zwischendurch immer wieder mal an die gute alte Hollywood-Grube gefahren und hab mir die Seele frei gefangen. Da geb´ ich einen fetten Rotz auf Futterkampagnen, Raketenschlachten und exzessives Arschbreitsitzen. Immer nur eine Nacht und gib´ ihm. Hinkommen, die Stöcke gegen den Horizont blasen, jeweils rund einen halben Kilo Murmeln mit dem Rohr Richtung Spot nageln und abheben. Manchmal häufiger, manchmal seltener. Ohne System. Vorerst mit der klassischen Dynamite White Chocolate/Source Kombo, später mit anderen Experimenten. Auch wenn damit keine Überschweine eingenetzt werden konnten, lief das Ringelspiel wie im Bilderbuche. IMG_1938Zu meinen Experimenten gehörten wie Soluble Boilies auch die neue Macht aus dem Hause Dynamite, Complex-T, worauf sich eine 18mm Sinkermurmel, gepaart mit einem 15mm Butyric-C Popper als ganz böse Waffe herauskristallisierte. Auch wenn ich selbst ja fest der Überzeugung bin, dass 85% des Fangerfolges im Spot verankert liegt, sind mir die anderen 15% dann doch nicht so unwichtig 😉 Was an einem Gewässer funktioniert, muss am anderen allerdings nicht garstig punkten. Jedenfalls habe ich nach einigen Ansitzen beide Fallen auf diese Kombo umgestellt und doch etwas kontinuierlicher weitergefangen. Und die Rüsseltiere wurden langsam größer und außergewöhnlicher, auch wenn das natürlich mit den steigenden Wassertemperaturen und der damit zunehmenden Attraktivität meiner Spots einhergehen konnte. IMG_1907IMG_1946 IMG_2323 IMG_1913 IMG_1846IMG_2184 IMG_2174 IMG_2368 IMG_2105Mir war´s jedenfalls völlig egal, warum das jetzt so war. Complex-T/Buttersäurepopper – BÄNG! Was pfeif´ ich mich um irgendwelche Luftdruckveränderungen? Mein Arsch. So ging´s munter weiter, wogegen bei zwischenzeitlichen mehrtätigen Ausflügen ans Skelettwasser die nächsten AntiFang-Backpfeifen kassiert werden durften. Die pfeifen mir was auf meine neue Todes-Kombo. Da sind sicher die Spots schuld. 85% sag ich nur. Aber ich bin guter Dinge, dass es da in Bälde schwer scheppern wird. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt 😉

Hang loose & tight lines
Sludge

Setup Buschlacke:
Shimano Tribal Carp Stalker 9″, 3.0lb
Shimano Ultegra 5500 XSB
Shimano Technium Invisitec 0,40mm
Setup Hollywood:
Shimano Tribal TX9 12″, 3.0lb
Shimano Ultegra 14000 XTC
Shimano Technium Tribal 0,355mm
Setup Skelettwasser:
Shimano Tribal Velocity Carp Rod 10″, 3.0lb
Shimano Ultegra 14000 XTB
Shimano Power Pro Hi Vis yellow 0,19mm