Mit der Spinnrute auf Weißfische (Schied, Rapfen, Barbe, Aland, Döbel, Aitel, …)

Aus aktuellem Anlass möchte ich euch dieses Mal ein wenig von meinen Erfahrungen mit Weißfischen an der Spinnrute berichten. Die wenigsten von uns und auch meine Wenigkeit beschäftigen sich wirklich oder regelmäßig gezielt mit diesen raubenden Friedfischen. Doch eigentlich zu unrecht, wenn man bedenkt wie kampfstark diese Muskelpakete sind im Vergleich zu so manchem müden Zander oder Hecht.

Wie jedes Jahr im Hochsommer befische ich beim Zanderangeln vor allem jene Bereiche meiner Reviere, wo viel Sauerstoff ins Wasser gelangt. Also schnell fließende, unruhige Zonen. Viele würden an solchen Stellen nicht einmal vermuten, dass sich Fische in den reißenden Fluten halten können. Doch man darf sich nicht täuschen, denn wie der sprichwörtliche Fisch im Wasser sind unsere Zielobjekte bestens an diese Bedingungen angepasst und trotzen mühelos den Stromschnellen. Jedenfalls kommen wie jedes Jahr auf jeden gefangenen Zander viele, viele Weißfische als Beifang.

Der Paraderäuber unter den Weißfischen ist natürlich der Rapfen, oder wie man bei uns in Österreich sagt, der Schied. Ihn trifft man am häufigsten an und er macht sich auch meistens lautstark beim Rauben bemerkbar. Beim Zanderangeln untertags verwende ich in diesen starken strömenden Bereichen Gummifische an schweren Bleiköpfen, die Schiede kommen dabei eigentlich nur direkt beim Eindringen des Köders ins Wasser oder beim Hereinleiern am Ende des Wurfes. Wollt ihr gezielt auf Schied angeln, solltet ihr flach laufende Köder verwenden und diese sehr schnell einholen. Die Kerle sind sehr intelligent und haben gute Augen. Oft lassen sie sich nur durch einen Impuls (Aufplatschen des Köders, schnell vorbeiziehende Beute) zur Attacke reizen. Hier ein paar schöne aktuelle und auch Exemplare der vergangenen Jahre – am meiner Bartlänge könnt ihr in etwa den Fangzeitpunkt festmachen.

DSC04631 Bildschirmfoto-2017-07-11-um-08.42.42 CIMG3046 DSC02761-kopieren schied

Doch nicht nur der Schied schnappt sich gerne einmal einen Brutfisch, sondern in der Donau vor allem auch räuberische Barben. Die Barben pflücken bzw. saugen im Gegensatz zu den Schieden den Köder direkt am Grund ein und legen im Anschluss atemberaubende Fluchten hin. Man erkennt sofort, dass es sich nicht um einen Zander handeln kann, wenn der Drillgegner meterweise Schnur von der Rolle zieht. Wären da nicht die eindeutigen Kopfstöße, könnte man glauben, es mit einem kleinen Waller zu tun zu haben. Übrigens nehmen die Barben ganz schöne Happen in Angriff. Beim dritten Foto ging die gute Siebziger auf einen 16cm Gummifisch! Wenn man es gezielt versuchen möchte, sollte man sich aber an schlanke Gummis halten mit maximal 10cm Länge.

DSC04633 IMG_0333 1074630_562136120516314_357303314_o

Döbel bzw. Aitel und Aland bzw. Nerfling sind ebenfalls regelmäßige Gäste am anderen Ende meines Spinngeschirrs. Diese fange ich jedoch weniger im Donauhauptstrom und meist auch nicht im Sommer, Döbel eigentlich so gut wie nur im Winter. Dann aber auch einmal gerne beim Hechtangeln auf richtig große Köder, wie ihr beim ersten Bild sehen könnt. Die Nerflinge hingegen lassen sich meines Wissens nur mit sehr kleinen Spinnern, Wobbler und Gummifischen überlisten. Außerdem sind sie in meinen Revieren wesentlich seltener als Aitel. Wollt ihr es gezielt auf diese Spezies probieren, müsst ihr euch extrem sensibel am Wasser verhalten. Da beide Arten viele Fressräuber haben, reagieren sie sehr vorsichtig auf Bewegungen und Geräusche.

DSC04255 fisch-und-wasser-(8)
IMG_0238

Zu guter Letzt zeige ich euch noch zwei Außenseiter. Die Schleie hat sich auf meinen (frisch mit Knoblauch behandelten) Zandergummi gestürzt – eine wirkliche Ausnahme! Karpfen hatte ich schon dann und wann als Beifang. Dieser hier wog 17Kg und nahm einen No-Action Shad in 18cm Länge! Da braucht es schon ein wenig proteinreiche Kost, um das Gewicht zu halten.

57570_741865769210014_8390890531486665781_o DSC_0233

Hier noch meine aktuelle Kombo für die Zanderangelei vom Ufer aus. Die hält natürlich auch einmal einer Barbe oder einem Schied stand:

15110313_1295720600491192_8033873321519481179_o

Shimano Fireblood SFBL8101550, 2,70m, 20-50g
Shimano Vanquish 4000F
Shimano Power Pro 0,15mm
Shimano Aspire Fluorocarbon 0,40mm

Ich würde mich freuen, wenn ihr uns in den Kommentaren von euren Weißfischfängen an der Spinnrute berichtet!

Tight Lines!
Euer Andreas Zachbauer

0 replies

Leave a Reply

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.