Idylle und Action am Forellenbach

Idyllischer geht es kaum. Ich schleiche an einem der ersten Frühlingstage nach dem Ende der Forellenschonzeit am Ufer eines Wald- und Wiesenbaches entlang. Überall riecht es nach frischem Bärlauch und bei jedem Schritt muss ich aufpassen, die vielen kleinen Schneeglöckchen nicht zu zertrampeln. Wildschweine, Schwarzspechte, Biber und sogar die Spuren eines Otters sehe ich am Uferrand und vergesse dabei fast, warum ich hier bin…

Ich möchte Forellen fangen und habe mich für eine Kombo aus Shimano Lunamis S800L und Shimano Biomaster 1000FB entschieden. Die Länge der Rute von 2,44m mag auf den ersten Blick etwas übertrieben erscheinen, doch ich habe meine Gründe. Das Ufer des kleinen Baches ist gesäumt von überhängenden Bäumen, Sträuchern und abgestorbenen Schilfresten,. Will ich meine Köder am Dickicht vorbei ins offene Wasser dirigieren, brauche ich eine etwas längere Rute. Der schnelle Blank der Lunamis ermöglicht mir außerdem exakte und weite Würfe mittels kleinster Beschleunigungen aus dem Handgelenk. Und das auch bei geringsten Ködergewichten!

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Übrigens angle ich auch auf Forellen mit geflochtener Schnur, genauer gesagt mit einer Power Pro in 0,10mm. Um aber die vorsichtigen Forellen im glasklaren Wasser nicht zu vergrämen und im Drill eine Pufferwirkung erzielen zu können, verwende ich mindestens 2m Fluorcarbonvorfach der Stärke 0,24mm, welches ich per Jochenknoten mit der Hauptschnur verbinde. Als Verbindung zum Köder kommt ein ultraleichter Minisnap zum Einsatz. Da ich schon im Vorjahr sehr gute Erfahrungen damit an diesem Gewässer sammeln konnte, entscheide ich mich auch für meine ersten Würfe der Saison 2015 für den Rapala BX® Jointed Shad in der Farbe Ayu. Mit einem Kern aus Balsa-Holz und einem sehr haltbaren Äußeren aus Co-Polymer ist der 6cm lange Wobbler sehr agil, auch bei langsamsten Bewegungen. Der fast neutrale Auftrieb erlaubt eine langsame, aber aggressive Präsentation des Köders.

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Hier könnt ihr euch noch ein Unterwasservideo des BX® Jointed Shad ansehen:

https://www.youtube.com/watch?v=Nf-3YwaUbZ4

Schon nach kurzer Zeit bekomme ich die ersten Fischkontakte und kann auch einige kleinere Bachforellen landen bzw. noch direkt im Wasser abhaken, um die Fische zu schonen. Etwas weiter stromab, an einem mir bereits bekannten Standplatz versuche ich es wieder. Auf meiner Uferseite fließt ein kleiner Seitenarm in den Bach, dessen Wasser um diese Jahreszeit etwas wärmer ist. Kurz davor hängen jedoch die noch fast kahlen Äste eines großen Holunderstrauchs ins Wasser. Jetzt macht sich die Länge der Lunamis bezahlt! Ohne mich direkt über den potentiellen Standplatz stellen zu müssen, kann ich den Köder von stromauf am Hindernis vorbeitreiben lassen. Danach drücke ich die Rutenspitze knapp unter die Wasseroberfläche und twitche den Wobbler direkt am Einlauf vorbei und unter dem Busch hindurch.

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Das war erst einmal nichts, denke ich und wiederhole das Spiel. Durch die blattlosen Äste des Holunderstrauchs erkenne ich schemenhaft meinen Köder, als plötzlich ein Schatten auftaucht und sich auf den vermeintlichen Beutefisch stürzt! Mit etwas Glück dirigiere ich die große Forelle in die Mitte des Bachs, wo sich sich mit mehreren Fluchten zum Gewässergrund auspowert und schließlich per Hand sicher und schonend landen lässt. Diesen Fisch fotografiere ich, bevor ich ihn wieder freilasse. Seht euch diese unglaublich gezeichnete Bachforelle an, vor allem die Fettflosse!

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Das ist genug für einen Tag, denke ich. Genieße den Rückmarsch durch die herrlich duftende Au und freue mich auf meinen nächsten Besuch am kleinen Wald- und Wiesenbach.

So long und tight lines!
Euer Andreas Zachbauer

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