Hechtsicher auf Barsch

Wie ihr wahrscheinlich bereits auf den Fangfotos meiner letzten Facebook Postings und auf meinem Blog gesehen habt, gings bei mir in letzter Zeit vermehrt auf Barsch. In den meisten meiner Gewässer muss ich dabei mit regelmäßigem Hechtbeifang rechnen und deshalb angle ich ausschließlich hechtsicher auf Barsch. Wie das im Detail aussieht, zeige ich euch in diesem Bericht. Grundsätzlich bin ich momentan meistens mit zwei verschiedenen Kombos auf Barsch unterwegs. Einerseits mit der Shimano Fireblood mit 2,10m und 10-35g Wurfgewicht gepaart Shimano 15 Twinpower C3000XG und 0,10er Power Pro. Diese Kombo verwende ich zum schnellen Jiggen mit schweren Jigköpfen, wenn die Barsche auf eine rasante Köderführung stehen und weit draußen am Rauben sind. Meine zweite Kombo besteht aus eine Shimano Biomaster in 2,15m und ebenfalls 10-35g Wurfgewicht, der Vanquish 3000F und 0,08er Power Pro. Der Blank der Biomaster ist jedoch bei Weitem nicht so schnell aufgebaut, wie der der Fireblood – zum Barschfischen mit feinerem Setup auch perfekt so. Auf dieser Kombo habe ich meistens ein Texas-Rig montiert. Die feinfühlige Spitze ermöglicht den Barschen bei der langsamen Köderführung ein leichteres Einsaugen des Köders und etwas weichere Blank verhindert Aussteiger.

SHIMANO FIREBLOOD

Doch nun zu den entscheidenden Kleinteilen, bzw. eigentlich zum Weglassen selbiger. Lange Zeit verwendete ich beim Barschfischen kein Stahlvorfach und nahm Hechtverluste in Kauf. Da ich aber immer öfters und vor allem im Sommer viele und vor allem auch große Hechte auf Kleinstköder fange, möchte ich mir die Chancen auf diese Fische nicht weiterhin verbauen bzw. was noch wichtiger ist, keine Fische verangeln. Eingehend habe ich mich mit möglichst unauffälligen Montagen beschäftigt und habe von No-Knots bis Pitzenbauer-Ringerl alles probiert und für unzufriedenstellend befunden. Mich stört einerseits die Sichtbarkeit jedes weiteren Metallteils, noch vielmehr stört mich aber, dass die Schnur an den Verbindungsstellen quasi ein Gelenk bekommt.

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Dort macht die Schnur einen Knick und sowohl Köderkontrolle als auch Bisserkennung leiden darunter. Doch wie sieht nun meine Montage aus? Zuerst möchte ich einmal vermeiden, dass meine grelle geflochtene Hauptschnur von den Barschen mit meinem Köder in Verbindung gebracht werden kann. Die Fische lernen extrem schnell und so bedeutet die gelbe Schnur für sie schon bald Gefahr. Für einige Zeit wird dann kein Köder mehr attackiert und man kann einpacken oder ein neues Rudel suchen.

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Was also tun? Ganz einfach: ich schalte mindestens 2,5m Fluorocarbon vor meine Hauptschnur und verbinde die beiden Leinen mit dem Jochen oder Composite Knoten. Hierbei verwende ich ausschließlich Shimano Aspire Fluorocarbon in der Stärke 0,28mm. Neben der ausgezeichneten Knoten-Haltbarkeit und Abriebfestigkeit bin ich vor allem von der einzigartigen Spule begeistert, da die Schnur nicht unkontrolliert in meiner Angeltasche für Chaos sorgen kann. Der entscheidende Punkt kommt jetzt und erklärt, wie man ein dünnes Stück Stahlvorfach direkt mit dem Fluorocarbon verknoten kann.

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Erst einmal habe ich viele verschiedene Vorfachtypen getestet und am Ende nur zwei Materialen gefunden, die die Tragkraft des gesamten Systems nicht zu stark reduzieren. So zersägen das klassische Flexonit und viele andere Fabrikate beim Knoten z.B. mühelos das Fluorocarbon und fallen somit weg. Übrig bleiben einfädiges Titan und das Soft Strand Pike Wire der Firma Drennan. Titan ist immer einer gute Wahl, bei vielen Hängern geht das aber ordentlich ins Geld. Ich verwende deshalb meistens Soft Strand mit 4,5Kg Tragkraft. Die Verbindung zm Fluorocarbon erfolgt dabei ebenfalls mit dem Jochen oder Composite Knoten, wobei der einfache Schlag ins Soft Strand gemacht wird und das Fluorocarbon um das Soft Strand gewickelt wird. Ich hoffe, ihr könnt das auf dem nachfolgenden Foto erkennen.

dsc04135 Zum Abschluss des ganzen Setups gibt es nun zwei Möglichkeiten. Für das normale Jiggen knote ich einen sehr kleinen, aber starken Snap direkt ans Stahlvorfach. Angle ich mit dem Texas-Rig, fädle ich Bullet Weight und Perle aufs Stahlvorfach und knote den Haken dann direkt an. In beiden Fällen funktioniert dies mit dem einfachen (nicht verbesserten) Clinch-Knoten und zwar mit genau 4 Windungen. Macht man eine weniger, rutscht die ganze Sache. Macht man eine mehr, kringelt das Stahlvorfach beim Zusammenziehen und stört somit den direkten Kontakt zum Köder. Bitte beachtet dabei noch, dass ihr das Stahlvorfach nicht zu kurz abschneidet. Ich lasse immer so 5-8mm stehen und fädle sie einfach irgendwo beim Snap ein – so stört das nicht, ist aber bombensicher!

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Es erfordert ein wenig Übung, alles mit dem richtigen Zug zusammenzuziehen und die Windungen mit dem Daumennagel zusammenzuschieben, hat man den Dreh aber erst einmal heraus, fischt man das meiner Meinung nach unauffälligste hechtsichere Vorfach. Eine Vielzahl an guten Barschen und auch ein paar gute Hechte der letzten Wochen beweisen diese Eigenschaften.

Tight Lines!
Euer Andreas Zachbauer

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