Die Einfachheit des Hakens

Vermehrt findet sich in den Fischerei- oder Revierordnungen vieler Angelgewässer die Reglung der Verwendung von Einzelhaken anstelle der ab Werk angebrachten Drillinge. Wir zeigen Ihnen, wie sie den Austausch am besten bewerkstelligen.

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Mit dem Wandel der Angelfischerei von der reinen Nahrungsbeschaffung zur Freizeitbeschäftigung mit naturerhaltendem Grundgedanken hat sich auch die sogenannte Waidgerechtigkeit kontinuierlich weiterentwickelt. Das Hauptaugenmerk liegt heute darauf, einen Fisch – den man zurücksetzen möchte – möglichst schonend zu behandeln. Ihn also nicht mit trockenen Händen anzufassen, Kescher aus weichen Materialien ohne Knoten zu verwenden, die Verweildauer des Tieres außerhalb des Wassers möglichst kurz zu halten und so weiter. Beim entscheidenden Zubehörteil der Angelfischer, der unserer Passion zugrunde liegenden direkten Verbindung zum Fisch, geht der Trend ebenso in diese Richtung. Die Rede ist vom Haken. Und kurz gesagt: Es wird einfach. Die Fliegenfischer machen es schon lange vor. Bis auf einige wenige Muster zur Lachs- und Hechtangelei werden hier ausschließlich Einzelhaken verwendet, meistens sogar noch die Widerhaken angedrückt. Auch im Bereich der Naturköderangelei auf Raubfisch findet der Einzelhaken immer mehr Anhänger, wobei in diesem Sonderfall Drillinge zum Teil sogar waidgerechter sein können, da mit dem Anschlag nicht so lange gewartet werden muss und somit ein Schlucken des Köders verhindert werden kann. Doch nun zum eigentlichen Kern des Themas, dem Spinnangeln. Die Einfachheit hat hier ihren Beginn in den wenigen exklusiven Forellenrevieren genommen, die auch für Spinnangler befischbar sind. Zum Teil schon seit Jahrzehnten gelten dort Drillingsverbote, also wurde aus der anfänglichen Not eine Tugend gemacht, Spinner und Blinker behelfsmäßig auf Einzelhaken umgerüstet. Lange Zeit blieben diese Angler von der Geräteindustrie unbemerkt, mussten Sprengringe in viel zu kleine Einzelhakenöhre pfriemeln oder sich anderweitig behelfen. Das Abzwicken von zwei Zinken des Drillings galt ebenfalls als unzufriedenstellende Notlösung. Diese Zeiten sind nun vorbei. Die Hersteller haben einen Trend erkannt und bieten mittlerweile für Spinnköder optimierte Hakenmodelle mit extra großen, in Richtung der Hakenspitze ausgerichteten Öhren in verschiedensten Varianten an. Schon lange nicht mehr beschränkt sich der Kreis jener, die ihre Spinner, Blinker und Wobbler mit Einzelhaken auf-, oder besser gesagt „abmotzen“ auf Salmonidenangler, sondern hat sich auf alle Bereiche der modernen Spinnangelei erweitert. Raubende Weißfische wie Aitel, Schied und Nerfling und genauso der Barsch können so ebenso effizient geschont werden. Die einzige Einschränkung ist die Ködergröße, doch dazu später mehr. Wie funktioniert nun das „Down- Tuning” von Spinnködern und worauf muss man achten?

nahaufnahme-bachforelle

Werkzeug.
Um die eigenen Fingernägel zu schonen, sollte man sich zuerst eine handelsübliche Sprengringzange oder Pinzette zulegen. Viele Gerätehersteller sowie auch der Werkzeugeinzelhandel haben passende Modelle im Angebot. Hakengröße. Grundsätzlich sollte bei kleinen Ködern der Schenkel des Einzelhakens in etwa so groß sein wie zuvor der Drilling als Ganzes (also zwei Schenkel zusammen), um eine optimale Bissausbeute zu erreichen. Bei größeren Ködern gilt: breiter Köder, breiter Schenkel.

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Hakengewicht.
Vor allem bei kleinen Wobblern kann der Lauf durch zu leichte oder zu schwere Haken beeinflusst werden. Schwebende Modelle, also Suspender, leiden darunter natürlich ebenso. Neben der optimalen Hakengröße und somit Bissausbeute muss also auch die Gewichtsverteilung des Köders berücksichtigt werden. Einzelhaken sind leichter als Drillinge, was entweder durch die Verwendung dickdrähtigerer Haken oder aber durch den Einsatz eines zweiten Sprengringes ausgeglichen werden kann. Bei der Variante mit zwei Spengringen muss ein quer zur Hakenspitze ausgerichtetes Öhr verwendet werden, damit der Einzelhaken am Ende wieder richtig steht. Die obige Tabelle hilft auch hier weiter. Auf Nummer sicher geht man mit einer Feinwaage aus dem Goldschmiedebedarf.

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Ködergröße.
Optimal sind die üblichen Ködergrößen, wie man sie eben zum Barsch- oder Forellenangeln einsetzt. Wir sprechen hier also von sehr kleinen Spinnern und Wobblern um die drei Zentimeter Länge bis hin zu Wobblern von zirka zwölf bis vierzehn Zentimetern Länge. Letztere haben oft drei Hakenösen. Komplizierter – oder eigentlich fast unmöglich – wird es bei größeren und massiveren Ködern wie z.B. Jerkbaits oder großen Schleppwobblern. Aufgrund der breiten Körperform müssten hier martialisch anmutende Einzelhaken verwendet werden, die aufgrund ihrer extremen Dickdrähtigkeit dem Fisch am Ende schon wieder mehr Schaden zufügen könnten als ein feingliedrigerer Drilling.

Hersteller.
Vor allem japanische Hersteller und Marken aus dem Hakenbereich haben sich auf diese Nische spezialisiert: Gamakatsu, VanFook, Decoy, um einige Namen zu nennen.

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