Der Winter präsentiert: Mittagszander

Wenig Tageslicht, kalte Hände und eingefrorene Rutenringe. Vielen Anglern gehen diese Dinge wohl als erstes durch den Kopf wenn es um das Angeln im Winter geht. Oft wird dann eine Winterpause eingelegt, obwohl gerade in den richtig kalten Wochen des Jahres die schönsten Fänge möglich sind, und das sogar meist mit recht geringem Aufwand.

Um auch im Winter erfolgreich auf Zander angeln zu können bedarf es meiner Meinung nach ein wenig Vorarbeit, die bei mir schon im Herbst beginnt. Ich suche mir Bereiche des Gewässers in denen man mit guter Konstanz Zander fangen kann. Diese Bereiche sind meistens Abbruchkanten und Plateaus in einer Tiefe zwischen 3 und 5 Metern Tiefe. Die Zander ziehen in den Abendstunden in diese markanten Gewässerbereiche um sich an den Laubenschwärmen satt zu fressen. Dabei halten sich die Stachler meistens in Grundnähe auf, kommen aber zum rauben ins Mittelwasser oder gar an die Wasseroberfläche. Meiner Erfahrung nach sind diese “feeding areas” auch im Winter oft interessanter für Zander und Co als die wirklich tiefen Bereiche, da in ihnen meistens eine höhere Dichte an Futterfisch besteht. Zu wissen wo sich die Beute der Zander aufhält ist generell, aber gerade im Winter, bereits die halbe Miete.

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Ich konzentriere mich bei der Fischerei in der 4. Jahreszeit auf die zwei wärmsten Stunden des Tages, normalerweise ist das Zeitfenster zwischen 12 und 14 Uhr am interessantesten. Angelt man auf einem Platz der die oben genannten Eigenschaften besitzt, reicht diese Zeitspanne in der Regel um den einen oder anderen Stachelritter zu verführen.

Was die Auswahl des Angelgeräts angeht, erfinde ich das Rad nicht neu. Eine Spinnrute mit Wurfgewicht bis etwa 50g mit schneller Aktion und eine Stationärrolle der Größe 3000 bzw 4000 bespult mit PowerPro der Stärke 0,14-0,17 erledigen den Job. Die Länge der Rute ergibt sich aus der Charakteristik des zu befischenden Platzes. Befischt man eine steile Kante unweit des Ufers bevorzuge ich aufgrund der Hängergefahr eine längere Rute mit etwa 3m Länge. Ist der interessante Bereich ein Plateau oder eine Senke etwas weiter draußen, so greife ich gerne auch mal zu kürzeren Stöcken zwischen 2,10 und 2,40m. Da wir in eher tiefem Wasser angeln lässt sich auch mit kürzeren Blanks eine ausreichend lange Absinkphase des Köders erzielen. Als Vorfachmaterial kann man bei trübem Wasser ruhig dünnes Stahl (7×7) oder Kevlar verwenden, bei klarem Wasser empfehle ich Fluorcarbon in Stärken bis 0,40mm., je nach Hängergefahr.

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Was den Köder betrifft setze ich normalerweise auf Gummifische bis maximal 16cm, wobei die Durchschnittslänge meiner Gummis bei etwa 12cm liegt. Da ich in der Mittagszeit eher mit fressaktiven Zandern spekuliere verzichte ich auf dezente NoAction Shads und fische meistens den klassischen Tellerschwanz wie zb den Aqua Shad von Kopyto oder auch Cannibal Shads. Auch sogenannte LowAction Shads, also Köder mit sehr kleinem Teller am Schwanzende haben, gerade wenn das Wasser sehr kalt ist, ihre Berechtigung. Ich jigge meine Kunstköder meistens langsam über den Gewässergrund, aber auch die Faulenzermethode fängt ihre Fische, gerade in Gewässern wo Schwarzmeergrundeln vorkommen, sogar sehr gut. Gummiköder, speziell die besagten Kopyto Modelle, imitieren einen ordentlichen Happen und bieten dem Zander ein Ziel für welches sich der Raubzug auch lohnt. Raubfische betreiben im Winter nämlich eine strenge Nutzen/Kosten Rechnung was die Beutejagd angeht, sprich, lieber nur einmal Energie aufwenden um einen ordentlichen Happen zu erbeuten also mehrmals eher kleinere Fische zu jagen. Ab und an kommen bei mir auch Wobbler ans Band. Mein klarer Favourit in diesem Feld ist die sinkende Version des Rapala Original.

Sollten sich die Zander einmal nicht am Platz einfinden, kann sich auch ein Versuch auf Hecht oder Barsch lohnen. Auch sie folgen den Futterfischen und sind ohne weiteres in der Tagesmitte zu verführen.

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Im Winter Fische zu fangen ist keine große Wissenschaft. Man muss weder extra früh aufstehen noch muss man sich abends bis weit nach Sonnenuntergang den Allerwertesten abfrieren. Wer die Zander zu Mittag einmal gefunden hat kann davon ausgehen das diese den selben Platz zu ähnlichen Zeiten immer wieder aufsuchen werden. Hat man das Fressverhalten der Winterzander ein wenig durchschaut, lässt sich der Aufwand minimieren und der Fangerfolg stellt sich dennoch ein. Einen Grund für eine Winterpause gibt es dann doch wirklich nicht mehr,.. oder?

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