Bei eisigen Temperaturen und Minusgraden mit der Stationärrolle

Zum Angeln mit Jerkbaits und Swimbaits verwende ich eigentlich ausschließlich auf Baitcasterrollen oder Multirollen. Nur bei eisigen Temperaturen und Minusgraden greife ich zwangshalber auf eine Kombo mit Stationärrolle zurück, da die Schnurführung der Baitcaster hier sehr viel schneller zufriert als das Schnurlaufröllchen der Stationärrolle. Bei den Ringen hilft auf lange Sicht ohnehin nur “kletzeln”, denn ein Wundermittel gegen vereiste Ringe gibt es leider nicht. Meinen gelungenen Saisonstart 2017 konnte ich auch auf diese Weise absolvieren. Doch nun erst einmal ganz von vorne zur Story meines ersten und zweiten Fischs im neuen Jahr!

Große Pläne hatte ich mit meinen zwei freien Wochen ab Weihnachten, doch es kam etwas anders als geplant. Leider. Oder am Ende doch zum Glück? Jedenfalls hat es mich gleich nach Weihnachten so richtig erwischt und ich musste von der Couch aus zusehen, wie perfekte Wintertage an mir vorüberzogen. Bis weit nach Neujahrsbeginn hat es gedauert, dass ich endlich meinen traditionell ersten Wurf des Jahres an einem meiner Lieblings-Donauaugewässer machen konnte. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Temperaturen noch knapp über oder unter null Grad – ich konnte noch mit meiner geliebten Jerkkombo bestehend aus Shimano Yasei Casting Jerkbait H, Shimano Calcutta 201B und Power Pro 0,28mm antreten.

Bereits beim ersten Trip 2017 machte ich dabei Bekanntschaft mit einem richtig schönen Hecht. In den letzten Minuten der Dämmerung sah ich plötzlich eine Bugwelle hinter meinem Swimbait. Der Fisch machte mehrere Meter lang jede Bewegung und jeden Stop des Köders mit und packte ihn schließlich kurz vor meinen Füßen auf brachialste Weise. Ich war der Meinung, einen saftigen Anschlag gesetzt zu haben, aber dennoch verlor ich den Fisch schon nach wenigen Sekunden als er sich wie ein Krokodil um die eigene Achse drehte. Mist! Aber immerhin wusste ich jetzt, wo der plusminus 80er Hecht seinen Winter verbringen würde.

Bereits am nächsten Tag war ich wieder unterwegs. Über Nacht war es richtig kalt geworden und als ich – am Gewässer angekommen – das Eis am Ufer des kleinen Altarms erspähte war klar: Baitcaster-Kombo adé! Aber es ist ja nicht so, dass man traurig sein müsste, wenn man mit einer Kombo, bestehend aus Shimano Lesath BX Powergame 24PGXH, Shimano Stella SW B 5000BPG und Power Pro 0,28mm den Winterhechten nachstellen darf.

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Ich verbrachte wieder mehrere Stunden am Wasser und besuchte meinen alten Bekannten vom Vortrag mehrere Mal, auch wieder zur Dämmerung, in der er besonders aktiv zu sein schien. Doch leider ohne Erfolg. Der extreme Temperatursturz hatte ihm wohl auf den Magen geschlagen. Oder war er unter den Ufereisplatten versteckt und nahm meinen Köder nicht wahr? Keine Ahnung. Jedenfalls ließ er sich nicht blicken. Und auch kein anderer Hecht machte an diesem Tag Anstände, mir denselbigen zu versüßen.

Aller Guten Dinge sind drei, dachte ich und kam am nächsten Tag wieder zwei Stunden vor Sonnenuntergang im Revier an. Es war wieder saukalt, aber ich (und hoffentlich auch die Räuber) hatte mich akklimatisiert. Das Ufereis war nicht weiter gewachsen und somit konnte ich die besten Spots auch noch ganz gut anfischen. Gleich zu Beginn habe ich es natürlich wieder bei meinem alten Bekannten versucht. Nachdem aber keine Aktivität zu sehen war machte ich einmal Meter nach dem Motto “Running and Gunning”. Nichts, einfach nichts. Also wieder zurück zum Beginn bzw. zum ersten Spot. Es dämmerte bereits und ich hatte nun einen sehr schlanken Swimbait montiert, von der torpedoförmigen Körperform her mit einem Döbel oder Aitel vergleichbar. Ein paar Würfe später klingelte es dezent in der Rutenspitze. Ich merkte schnell, dass es sich dabei um keinen Hecht handeln konnte und machte mit meiner schweren Kombo kurzen Prozess mit dem doch relativ mächtigen und offensichtlich hungrigen Kannibalen-Aitel. Ein schöner Fisch und der erste des Jahres! Außerdem war endlich ein wenig Aktivität spürbar!

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Ich beackerte den Spot also weiter. Die Sonne war schon hinter dem Horizont verschwunden als der Swimbait in einer kurzen Einholpause heftigst attackiert wurde. Das muss er sein, dachte ich und machte mich daran, während des Drills das Ufereis vor meinen Füßen zu brechen, damit ich den Fisch sicher und verletzungsfrei mit der Hand landen könnte. Wenige Momente später war es dann soweit und ich hielt den ersten Raubfisch meiner 2017er Saison in Händen. Ein mehr als vorzeigbarer 85+ Hecht mit ordentlich Fleisch auf den Rippen und offensichtlich auch schon Laich im Bauch. Schnell ein Foto geschossen, den tief inhalierten Swimbait vorsichtig gelöst und zurück mit der feisten Dame ins kalte Nass. YES! Mehr gibt’s dazu nicht mehr zu sagen.

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Tight Lines!
Euer Andreas Zachbauer

 

 

 

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