Am Hauswasser (wo alles begann)

Seit heuer habe ich mich etwas ausführlicher damit beschäftigt, in meinem Hauswasserl, welches ich seit nun drei Jahren befische, mittels Futter und Köder die zu fangenden Fische zu selektieren. Da ich früher mein Augenmerk eher auf die fängigkeit verschiedener Futtermischungen legte und diese mittels Feederkorb auf Weißfische ergiebig austestete, nahm ich das Thema heuer etwas anders in Angriff.

Vorweg einige Worte um euch den von mir befischten Teich etwas näher zu bringen damit ihr euch einen Eindruck über mein Trainingsrevier machen könnt. Es handelt sich um eine ehemalige Schottergrube am Stadtrand, die seit mehr als vierzig Jahren einer überschaubaren Menge an Jahreskarten Fischern und vereinzelten Tageskartlern als Vereinsteich dient. Der etwa zwei Hektar große Teich ist bis zu acht Meter tief und am Grund im Laufe der Jahre schon einigermaßen verschlammt. Strukturen findet man auch nicht mehr viele, bis auf die Reste einer Straße rund um den Uferbereich die als Abfahrt in die Schottergrube diente und im westlichen Teil des Teichs in eine zirka zwanzig Meter breite und das ganzen Ufer entlang reichende Plattform mündet.
Meist fische ich im gegenüberliegenden tieferen Teil des Teiches. Das hat aber hauptsächlich mit meiner Faulheit zu hat, denn hier habe ich mein Auto direkt am Teich stehen und ich muss mein Tackle nicht mühsam zum Angelplatz schleppen.

DSC09213

Ich befischte den Teich schon seit meiner frühsten Jugend als mich mein Großvater und mein Vater mit zum Angeln mitnahmen, so eigentlich meine Leidenschaft zu meinem Hobby begann und ich mit dem Fischervirus infiziert wurde. Damals war ich und die mir bekannte Fischerszene natürlich noch weit weg von dem heutigen modernen Wettkampfangeln. Was natürlich nicht nur die Angelarten sondern auch das Tackle betraf. Doch manchmal wenn ich eine Runde um den Teich drehe, meine aufgebaute Sitzkiepe nur mehr von Weitem sehe, bei dem einen oder anderen Fischer vorbeischaue um ein Petri Heil zu wünschen, denke ich mir, dass die Zeit hier doch ein Stück weit stehen geblieben ist. Was aber nicht heißt dass dies der Fängigkeit etwas ausmachen würde, denn die alten Hasen wissen genau was sie machen und fangen immer ihre Fische.

DSC09309DSC09220

Um den gefräßigen Klein- und Kleinstfischen zu entgehen habe ich mich für heuer ausschließlich dem Methode Feedern mit dem Flat gewidmet. Dabei verwende ich meine neue „Speedmaster AX Commercial“ Feederruten Serie in 10 und 11 Fuß Länge. Montiert auf die Speedmaster sind Aero 2500 Rollen mit 20er und 22er Monofiler Shimano Technium Schnüren. Mit dieser Tackle Combi stellen auch Würfe auf sechzig Meter und mehr kein Problem dar. Trotzdem ist eine genaue Bisserkennung auch bei vorsichtigen Bissen kein Thema dank der sensiblen 0,5 Unzen Spitzen der Rute. Da es mit dem Feederkorb, mit Maden, Wurm oder einem Korn am Haken fast unmöglich ist den Köder durch die Rotaugen und Lauben-Schwärme überhaupt bis am Grund zu bringen, kommt das Flat zum Einsatz.

DSC09327 DSC09363 IMAG2758_1

Gut eingehüllt im Futter verwende ich hauptsächlich kleine Boilies am Haar als Köder. Das Futter mache ich relativ feucht an damit es wirklich erst am Gewässergrund aufgeht und so am Boden eine schöne Futterwolke entsteht, in deren Mitte das Boilie als unwiederstehlicher Happen den Fisch zum Beißen animiert. Beim Futter variiere ich je nach Zielfisch: für Brassen eine süße Futtermischung auf Sweet Fishmeal-Basis und für Karpfen eine fischge Mischung welche ich mit reichlich micro Pellets aufpimpe. Bei den Farben der eingesetzten Murmeln habe ich herausgefunden: um so auffälliger um so besser. Von neonorange, gelb und rot kommt hier die gesamte Farbpalette zum Einsatz. Als besonders fängig hat sich die „Swim Stim Antarktik Krill“ in knalligem rosa herausgestellt. Zum Thema Selektion des Zierfisches kommen natürlich auch Biolies in verschiedenen Größen zum Einsatz. Von Micro Boilies in fünf Millimeter Größe, bis zu 12er Kugeln für Karpfen.

DSC09481_1 DSC09654-(2)

Natürlich sind diese einfachen Kniffe keine Garantie um lästigen Beifang von Kleinfischen ausschließen zu können, doch haben meine Erfahrungen gezeigt, dass diese Strategie meist den gewünschten Karpfen oder schöne Brassen ans Band bringt. Sollte trotzdem einmal ein Rotauge oder anderer Wasserbewohner zum Beißen verführt werden haben diese auch meist auch schöne Größen.
Mit diesen kleinen Tricks konnte ich bei meinen zahlreichen Trainingsstunden am Wasser viele wertvolle Erkenntnisse über Kugeln und Futter sammeln welche dann bei Bewerben den entscheidenden Erfolg brachte.

Euer Manfred
Match Team Shimano Austria

0 replies

Leave a Reply

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden .